Was ist Rollenspiel?
Aus Deutsche Sternenflotte - Das Startrek Rollenspiel
Es ist manchmal gar nicht so einfach jemandem zu erklären, was man da eigentlich mit einem Großteil seiner Freizeit anfängt. Ein Rollenspieler weiß zwar von der Sache her, was ein Rollenspiel ist, es fällt ihm aber oft schwer, dies genauer zu erklären. Die Fragen Was heißt eigentlich Rollenspiel? Was bedeutet es? Wer oder was ist ein Rollenspieler? kann man nicht gerade als 'untypisch' bezeichnen und man muss schon ein recht guter Menschenkenner und Wortakrobat sein, wenn das Gegenüber sich nicht bereits nach den ersten Sätzen einer Erklärung mit Kopfschütteln umdrehen und weggehen soll.
Rollenspiel bedeutet (wie der Name schon sagt) eine Rolle zu spielen, sie mit Leben auszufüllen und sich in eine fremde Person reinzudenken. Dabei gibt es die verschiedensten Rollenspielarten. Die bekannteste Rollenspielform ist sicher das Gesellschaftsspiel oder auch Paper&Pen-Rollenspiel genannt. Dabei sitzen die Spieler allesamt in einer Runde - zumeist an einem Tisch, vor sich einen Ordner mit Regelauszügen, Beschreibung und Werten seines Charakters sowie die für ihn wichtigen Hintergrundmaterialien. Ein bekanntes Fantasy-Rollenspiel ist z.B. DSA - Das Schwarze Auge.
Daneben existiert noch das geschriebene Rollenspiel. Die typischste Form dafür ist das Email-Rollenspiel (PbEm = Play by Email). Dabei beginnt ein Spieler eine Handlung bzw. Geschichte zu schreiben. Andere Spieler ergänzen dann die Geschichte von ihrem Standpunkt aus gesehen. So wird die Geschichte in der Interaktion der Spieler immer weiter fortgesetzt. Auf diese Weise entstehen mitunter die besten Romane. Die DeSF hat einen Großteil ihres Rollenspiels in dieser Form des organisiert. Allerdings wird nicht mehr wie früher E-Mails geschrieben, sondern in Foren oder im DeSF-eigenen RPG-System. So hat jeder Schreiber zeitgleich Zugriff und die verschiedenen Beiträge als Story im ganzen lesen.
Eine dritte und zugleich die aktivste Form ist das LARP (Live Action Role Playing). Im Prinzip geht es bei diesem Spiel darum, sich eine fiktive Spielfigur (einen Charakter) zu erschaffen, und diese dann mittels "Kostümierung" und Rollenspiel so gut wie möglich darzustellen. Natürlich gibt es beim Liverollenspiel auch Regeln, innerhalb derer sich alles bewegt. Aber im Grunde ist der Ablauf einer solchen Veranstaltung ein Theaterstück, in dem es allerdings kein Drehbuch gibt. Dabei sind Kreativität, aber auch sportliche Aktivität gefordert. Auf einigen Active Conventions der DeSF wurde auf freiwilliger Basis auch diese Art des Rollenspiels in den Angriff genommen.
Eine Mischform dieser SIMs (= Simulationen) sind Live-Rollenspiele im IRC (=Internet Relay Chat). Dabei treffen sich die Spieler mit dem Spielleiter in einem Chatraum und spielen dort ihre Geschichte. Diese Art des Rollenspiels ist neben dem geschriebenen Rollenspiel in den Foren oder im RPG-System auch Schwerpunkt des Rollenspiels der DeSF.
In jedem Spiel begegnet man anderen Figuren, die entweder von den anderen Spielern gespielt werden, oder die einem als Fremde (Nichtspieler, NPCs - Non Playing Characters) in der Spielwelt begegnen. Diese Fremden denkt sich der Erzähler (Spielleiter) [oder alle Spieler gemeinsam] aus und übernimmt auch deren Rollen - ja im optimalen Fall redet er sogar mit verfremdeter Stimme oder zeigt deren besondere Verhaltensweisen (z.B. Nervosität, Selbstsicherheit, Prahlerei,...).
Genauso wie diese Fremden, werden den Spielern vom Erzähler Gebäude, Tiere, Gegenstände, Monster und sogar Götter beschrieben. Er erzählt was die Abenteurer sehen, er berichtet was sie Hören oder Schmecken - sollten sie auf die Idee kommen einen ihrer Sinne einzusetzen. Die Spieler bestimmen die Aktionen ihrer Spielfigur (Charakter) - der Erzähler beschreibt die Reaktion der Umwelt auf diese Aktion.
Im Prinzip war es das schon - und jede Gruppe von Leuten könnte nun sofort ohne weitere Hilfsmittel damit anfangen Rollenspiel zu machen und würde vielleicht so zusammen eine Geschichte, vielleicht sogar ein Abenteuer erleben.
Das wäre aber zu einfach. Man kann natürlich eine Geschichte erzählen, in der die menschlichen Spielfiguren sich auf der Erde befinden, ja vielleicht sogar in Euerer Stadt leben und Ihr eigenes Leben spielen. Aber wo bleibt da der Spaß?
Die Würze bekommt ein Rollenspiel durch fremdartige Rassen, fremde Länder oder Welten und abenteuerliche Beschäftigungen. So wird aus dem Bankkaufmann der Romulaner, aus der Verkäuferin eine kalkulierende Sicherheits-Chefin und der Student verwandelt sich in einen Klingonen. Das bedeutet, dass die Spieler sich mit einer ihnen bislang unbekannten Rolle zurechtfinden müssen. Sie selbst und die Personen in ihrer Umwelt verfügen jetzt über andere, ungewohnte Fertigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen. Auch das Tagewerk und die Herausforderungen nehmen andere Formen an: So wird aus dem Besuch des Supermarkts der Rundgang durch ein Ferengi-Geschäft und die Anmeldung in der neuen Stadt findet vielleicht nicht im Rathaus, sondern am Empfangsterminal der Raumstation statt - natürlich alles in der Fantasie der Spieler.
Eines ist noch wichtig zu wissen: Im Gegensatz zu vielen bekannten Gesellschaftsspielen wie Schach, Mensch ärgere Dich nicht, Risiko, Monopoly und dergleichen geht es beim Rollenspiel nicht darum, die Mitspieler zu besiegen.
Im Gegenteil! Spieler und Spielleiter agieren miteinander, um gemeinsam diese Welt zu erleben und Abenteuer zu bestehen. Der Spielleiter erfüllt die gesamte Welt mit Leben, stellt Herausforderungen auf, reagiert auf die Handlungen der Spieler und bindet sie so in das Geschehen ein.
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